Untersuchungen bei Verdauungsstörungen und Diarrhöe

Allgemeine Informationen zu bakteriologischen Untersuchungen bei Verdauungsstörungen und Diarrhöe

Die physiologische Darmflora besteht aus zahlreichen Bakterienspezies, die mit dem Wirt in einem symbiotischen komplexen Ökosystem zusammenleben. Kurz nach der Geburt und der Säugephase etabliert sich die gastrointestinale Flora und bleibt für das restliche Leben weitgehend stabil. 

Innerhalb des Darmtraktes gibt es allerdings erhebliche Verteilungsunterschiede. Während durch den Einfluss der Magensäure, der Galle und der Pankreasenzyme sowie den vorhandenen Schleimhautabwehrsystemen die Keimzahlen im Bereich des Duodenums und des Jejunums eher gering sind, steigen sie im Bereich des Ileozäkalbereiches massiv an und erreichen im Bereich des Dickdarmes ihre höchste Konzentration. Die Zahl der Anaerobier und fakultativ anaeroben Keime überwiegt die Zahl der aeroben Keimflora um das 1000- bis 10000-Fache. Die höchsten Konzentrationen werden von Bacteroides spp., Lactobazillen und Bifidobakterien sowie von Enterobacteriaceen erreicht.

Der Vorteil einer kulturellen Untersuchung ist, dass aufgrund des Antibiogrammes eine gezielte Antibiose durchgeführt werden kann. Dies ist aufgrund der MRSA- / MRSP- / ESBL-Problematik erforderlich. ESBL-Bildner haben eine spezielle β-Lactamase und sind gegen fast alle β-Lactam-Antibiotika und die Cephalosporine der 3. und 4. Generation resistent. Solche Keime finden sich z.B. bei E. coli, Proteus sp., Klebsiellen, Enterobacter, Serratia und Citrobacter und Salmonellen.

Hinweise zur gezielten Antibiose finden sich auch in den Antibiotika-Leitlinien der Bundes­tierärztekammer.