Autovakzine/bestandsspezifische Vakzine

Allgemeine Informationen

Chronisch-rezidivierende Infektionen bei Haus- und Heimtieren sind keine Seltenheit und führen aufgrund langanhaltender Antibiotikatherapien oftmals zur Resistenzzunahme der beteiligten Erreger. Bei der Frage nach alternativen Behandlungsmethoden kommen häufig die Autovakzinen ins Gespräch, die in der Human- und Veterinärmedizin seit längerem erfolgreich eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um maßgeschneiderte Impfstoffe, die individuell für jedes Tier aus seiner eigenen aeroben Keimflora hergestellt werden.

Der Herstellung einer Autovakzine liegt immer eine mikrobiologische Untersuchung zugrunde, in deren Rahmen der für die Erkrankung verantwortliche aerobe Keim isoliert, in Reinkultur vermehrt und anschließend inaktiviert wird. Die spezielle Zusammensetzung der Vakzine wie Keimkonzentration, Applikationsart und -menge richtet sich nach Vor­bericht und Tierart. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen lokal und systemisch zu applizierenden Autovakzinen. Die subkutan zu verabreichenden Injektionsvakzinen empfehlen sich insbesondere bei Hautinfektionen, vor allem mit dem Keim Staphylococcus pseudintermedius, bei Atemwegsinfekten, Otitiden etc. Bei Affektionen des Nasen-Rachen-Raums kann die Autovakzine auch zur Anwendung als Aerosol hergestellt werden. Bei Infektionen des Urogenitaltraktes zeigen die sowohl oral als auch systemisch anzuwendenden Kombinationsvakzinen die größere Wirksamkeit. Die Schluckvakzinen finden Anwendung bei allen Magen-Darm-Infekten, die mit chronischer Diarrhöe einhergehen. Ziel der Behandlung ist, das Immunsystem gegen den verursachenden Erreger bzw. dessen Stoffwechselprodukte zu sensibilisieren und zum Aufbau von spezifischen Antikörpern anzuregen. Dadurch wird die bestehende Infektion bekämpft und eine Reinfektion verhindert.

Durch die Produktion von sekretorischem IgA wird eine „Abdichtung“ der Schleimhautbarriere erreicht.

Bei der Kotwasserproblematik des Pferdes wurden mit der Autovakzine sehr gute Ergebnisse erzielt.

Anmerkungen

 Hergestellt werden können:

                                 • Injektionsvakzinen (z.B. bei Pyodermien etc.)

                                 • Kombinationsvakzinen (z.B. bei Vaginitiden und Cystitiden)

                                 • Inhalationsvakzine bei respiratorischen Erkrankungen

 Bitte beachten Sie: zur Herstellung dieses Präparates benötigen wir von Ihrer Praxis ein Rezept!

Bestandsspezifische Impfstoffe und Autovakzinen: Indikationen bei Kleintieren

Autovakzinen gegen Verabreichung Probenmaterial
Hautinfektionen (v.a. Staphylococcus pseudintermedius), Atemwegsinfektionen, Otitiden u.a. Injektionsvakzine Tupferproben
chronisch-rezidivierende Infektionen im HNO-Bereich Inhalationsvakzine (Aerosol-Autovakzine) Nasentupfer
Magen-Darm-Infektionen mit chronischer Diarrhöe Schluckimpfung Kottupfer
chronisch-rezidivierende Infektionen im Urogenitalbereich Kombinationsvakzine (per os und Injektion) Tupferproben (Vagina), Urin