Allgemeine Informationen

Circoviren Hund

Das canine Circovirus (anfangs als Dog Circovirus bezeichnet)  wurde erstmals 2012/2013 in den USA in Blutproben von Hunden nachgewiesen und bei einem Hund mit nekrotisierender Vaskulitis und granulomatöser Lymphadenitis beschrieben. In einer anschließenden Studie war es v.a. in Kotproben von Hunden mit Durchfall zu finden. 2014 wurde es in Italien, 2015 auch in Deutschland nachgewiesen. Circoviren sind auch bei gesunden Hunden zu finden. In eigenen Untersuchungen in den Jahren 2015 und 2016 ließ sich das canine Circovirus signifikant häufiger bei an Durchfall erkrankten als bei gesunden Hunden nachweisen (20,1% vs. 7,3%). Weitere Studien sind notwendig, um Fragen zur Pathogenese und Epidemiologie zu klären.

Differentialdiagnostisch sollte das canine Circovirus bei Durchfall/Erbrechen, Mattigkeit, Lebererkrankungen, Hämorrhagie und Vaskulitis in Betracht gezogen werden. Häufig werden Co-Infektionen mit anderen, v.a. enteropathogenen Erregern beobachtet. Ebenso kann eine Infektion mit dem caninen Circovirus andere infektiöse Erkrankungen verkomplizieren.

Circoviren Psittaciden (PBFD)

Psittacine Beak and Feather Disease (PBFD)

Kennzeichnend für PBFD ist ein gestörtes Wachstum des Schnabelhorns (beak), der Federn (feather) und der Krallen. Die Erkrankung ist weltweit verbreitet; betroffen sind über 40 Spezies bei Ara, Agaporniden, Graupapageien, Amazonen und Sittichen.

Nestlinge versterben meist perakut, während es bei Jungvögeln zu einem akuten Verlauf kommt. Klinisch zeigen die Tiere Lethargie, Fressunlust sowie Erbrechen und/oder Durchfall, Todesfälle innerhalb von 1 - 2 Wochen sind möglich. Pathognomonisch – meist aber nur bei chronischen Verläufen sichtbar – sind die Veränderungen der sich heranbildenden Federn. Diese fallen symmetrisch aus oder aber sie bleiben im Schaft stecken und brechen dann ab. Die Schnabel- und seltener Krallenläsionen treten erst spät auf.

Die Übertragung des Virus erfolgt hauptsächlich horizontal. Mit dem Kot, den Scheiden wachsender Federn und dem Kropfinhalt fütternder Elterntiere wird das Virus ausgeschieden. Nestlinge können deshalb sehr frühzeitig infiziert werden. Auch eine vertikale Übertragung ist möglich, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Dabei infizieren sich schlüpfende Jungtiere durch mit Circoviren behaftete Eischalen.

Circoviren Taube (PiCV)

Pigeon Circovirus (PiCV)

Circovirus-Infektionen treten vor allem bei Tauben im Alter von 6 Wochen bis 12 Monaten auf (Jungtaubenkrankheit, Young Pigeon Disease Syndrome). Das klinische Bild ist unspezifisch, zu den Symptomen zählen Lethargie, Anorexie, Durchfall, Kümmern und PBFD-ähnliche Federveränderungen. Die Krankheit geht mit einer Immunsuppression einher, und es kommt zu Organveränderungen insbesondere im zentralen Abwehrsystem und an der Milz. Neben der klinisch manifesten Form bei vor allem jungen Tauben, gibt es auch einen sehr hohen Anteil an subklinisch bzw. persistent infizierten Tieren.

Circoviren Schwein (PCV2)

Porcines Circovirus 2 (PCV 2)

Das porcine Circovirus Typ 2 (PCV2) wird mit dem sogenannten „Post Weaning Multi­systemic Wasting Syndrom“ (PMWS) in Verbindung gebracht. PMWS wird in der Regel bei Absatz-, seltener bei Saugferkeln beobachtet. Betroffene Tiere zeigen einen progredienten Gewichtsverlust und respiratorische Erscheinungen mit Husten, die oft durch bakterielle Sekundärinfektionen kompliziert werden. Der Nachweis von PCV 2 im Gewebe erkrankter Ferkel kann durch eine PCR erfolgen. Im Zusammenhang mit PMWS werden auch Coinfektionen von PCV 2 mit porcinem Parvovirus oder PRRSV diskutiert.