Allgemeine Informationen

Batrachochytrium spp. sind Pilze und werden für große Verluste bei Amphibien verantwortlich gemacht.

Batrachochytrium dendrobatidis

Der Chytrid-Pilz Batrachochytrium dendrobatidis wurde erstmals 1998 in Australien nachgewiesen und 1999 benannt. Dieser Pilz verursacht die Chytridiomykose und soll für Populationsrückgänge und das weltweite Aussterben von > 200 Amphibienspezies mitverantwortlich sein.

Infektionen mit B. dendrobatidis sind in vielen Fällen mit sehr hohen Mortalitätsraten (im Labor bis zu 100%) assoziiert, allerdings muss der Pilz nicht zwangsläufig zum Tod führen. Weitere Faktoren wie Stress oder Co-Infektionen mit anderen Erregern scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen.

B. dendrobatidis vermehrt sich in keratinisiertem Gewebe und befällt deshalb vornehm­lich die äußere Haut adulter Tiere (Stratum corneum bis Stratum granulosum). Bei Larven sind die Hornleisten am Maul betroffen. Während der Metamorphose können Infektionen zu dramatisch hohen Mortalitätsraten führen. Die klinischen Symptome sind oft unspezifisch und können neben der Haut (erscheint oft makroskopisch unverändert oder „stumpf“ bzw. depigmentiert; Hyperkeratosen und massive Häutungsschübe; Mischinfektionen mit starken Erosionen der Haut) auch das Verhalten betreffen (untypisches Verhalten, wie langer Aufenthalt im Wasser, Ataxien und ZNS-Problematik). Spontane Todesfälle ohne vorangegangene klinisch manifeste Krankheit werden ebenfalls beobachtet.

Batrachochytrium salamandrivorans

Batrachochytrium salamandrivorans ist ein erst vor kurzem beschriebener hochkonta­giöser und tödlicher Chytrid-Pilz, der Feuersalamander v.a. in Nordwesteuropa massenhaft befallen und getötet hat. Infizierte Tiere zeigen Anorexie, Apathie und Ataxie sowie Hautläsionen mit oberflächlichen Erosionen und tiefen Ulzerationen am gesamten Körper. Batrachochytrium salamandrivorans kann auch andere Schwanzlurche infizieren, wurde bisher aber nicht bei Froschlurchen nachgewiesen.