Allgemeine Informationen

Die Babesiose der Säugetiere gehört mittlerweile zu den wichtigsten parasitären Erkrankungen. Die zur Ordnung der Piroplasmen gehörenden Erreger werden durch Zecken übertragen.

Bei einer perakuten oder akuten Infektion treten ab dem 5. bis 28. Tag p.i. unspezifische klinische Erscheinungen wie Fieber, Apathie und Appetitlosigkeit auf. Es kommt zu Anämie, Ikterus und massiver Hämoglobinurie. Eine chronische Infektion ist gekennzeichnet durch Abgeschlagenheit und Abmagerung der Tiere über Monate, Anämie und intermittierende Phasen von Fieber. 

Hunde können ohne Behandlung auch eine subklinische Form bei wieder normalen Blutbild entwickeln. Viele Importhunde aus dem Süden sind subklinisch infiziert und stellen damit ein Infektionsrisiko für andere Hunde dar. Zudem kann bei diesen Hunden die Infektion durch verschiedene Faktoren wieder reaktiviert werden. Auch Rinder und Pferde können jahrlang Träger von Babesien bleiben.

Hund

Babesia canis 

B. canis wird durch Dermacentor reticulatus übertragen und ist virulenter als B.  vogeli. Es werden der Frankreich- und der Ungarn-Stamm unterschieden.

Frankreich-Stamm: Vorkommen: nord- und ostmediterraner Raum, lokal in Holland (Den Haag, Arnheim), Herde im Westen Deutschlands (Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg). Der Frankreich-Stamm fällt häufig durch eine niedrige Antikörperproduktion auf.

Ungarn-Stamm:   Vorkommen: Ungarn, Ukraine, Rumänien, Osten Deutschlands.
Der Ungarn-Stamm fällt häufig durch eine hohe Antikörperproduktion auf. Neuinfektionen mit dem Ungarn-Stamm führen unbehandelt bei 80% der Tiere zum Tod. Es ist bei diesem Stamm besonders wichtig, mit der Therapie eine Erregerelimination zu erreichen, um einer weiteren Ausbreitung dieses Stamms entgegen zu wirken.

 

Babesia  vogeli

Vorkommen: Nordafrika, gesamter Mittelmeerraum, Südeuropa, Frankreich. In Deutschland wurden 2 Isolate aus Dermacentor-Zecken im Großraum Berlin und Elbtal entdeckt.
B. vogeli wird durch Rhipicephalus sanguineus übertragen und führt häufig nur zur geringen Antikörpertitern.

 

Babesia gibsoni

Vorkommen: Asien, USA, Europa (importiert) 

Vorkommen in Europa gilt als fraglich. Die für Portugal und Spanien beschriebenen Babesia-gibsoni-Fälle wurden später korrigiert, z.T. in den Erreger Theileria annae. 

Katze

Babesia canis

Vorkommen: Thailand, Brasilien, Frankreich, Polen, Deutschland

 

Babesia felis

Vorkommen: in Teilen Afrikas

 

Babesia cati

Vorkommen: Indien

Rinder

Babesia divergens

Vorkommen: In Europa von Finnland bis zum Mittelmeer. Überträger ist Ixodes ricinus.

 

Babesia major

Vorkommen: Zentraleuropa in kleinen endemischen Herden. In Deutschland nur auf den Nordsee-Inseln Amrum, Norderney und Juist.

 

Babesia bigemina

Vorkommen: Tropen und Subtropen. In Europa: Balkan, Küstennähe im mediterranen Raum, Portugal.

Pferde

Babesia caballi und Theileria equi (ehemals Babesia equi)

Vorkommen: Tropen und Subtropen bis in die gemäßigten Zonen hinein. Auch in Deutschland ist mit dem Auftreten von equiner Babesiose (Piroplasmose) zu rechnen.