MRSA/MRSP - Methicillin-resistente Staphylokokken

Allgemeine Informationen

Erkrankungen durch den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) sind als sogenannte „Nosokomialinfektionen“ in der Humanmedizin bekannt und gefürchtet. Es handelt sich dabei um Infektionen mit Keimen, die Resistenzen gegen gebräuchliche Antibiotika entwickelt haben, oftmals als Folge unzureichender Desinfektionsmaßnahmen in Krankenhäusern. Die Keime können durch Besucher, Personal, Geräte etc. in die Umwelt gelangen. Da die meisten dieser Infektionen des Menschen Zoonosen sind, können die Erreger durch den engen Kontakt zwischen Mensch und Tier auch auf die Tiere übertragen werden und umgekehrt. Dies fördert wahrscheinlich auch die Häufigkeit der MRSA-Fälle in der Tiermedizin. 

Bei Kälbern, Jungrindern und Schweinen wird bei etwa jedem zweiten Tier(körper) MRSA nachgewiesen (Zoonosemonitoring 2012). Bei den landwirtschaftlichen Nutztieren kommen überwiegend MRSA einer bestimmten Linie vor, so dass von livestock-associated oder laMRSA gesprochen wird. laMRSA gehören überwiegend der Klonalität CC398 an und sind für 2% der MRSA-Fälle beim Menschen verantwortlich. In viehdichten Regionen verursachen laMRSA bis 10% humaner MRSA-Fälle und Personen mit engem Tierkontakt einschließlich der Tierärzte und Tierärztinnen sind besonders gefährdet.

Weit häufiger als MRSA weisen wir bei Kleintieren MRSP nach, den Methicillin-resistenten Staphylococcus pseudintermedius. Bereits über 10 % aller Isolate an Staph. pseudintermedius (früher: Staph. intermedius des Hundes) sind nach eigenen Unter­suchungen mit einem Multiresistenzgen behaftet.