Francisella tularensis

Allgemeine Informationen

Francisella (F.) tularensis ist ein gramnegatives, pleomorphes, unbewegliches, aerob wachsendes Stäbchenbakterium, das vor allem bei niedrigen Temperaturen in der Umwelt sehr widerstandsfähig ist.

Der Erreger ist verantwortlich für die sogenannte Tularämie (Hasenpest), bei der es sich um eine Zoonose handelt.

Es können vier Subspezies unterschieden werden. Klinisch sind vor allem zwei Subspezies relevant: F. tularensis ssp. tularensis und F. tularensis ssp. holarctica, wobei F. tularensis ssp. tularensis natürlicherweise nur in Nordamerika vorkommt und für agressivere Krankheitsverläufe verantwortlich ist. F. tularensis ssp. holarctica dagegen kommt in der gesamten nördlichen Hemisphäre vor.

Betroffen sind vorwiegend Hasen, Kaninchen und Nagetiere (Mäuse), aber auch zahlreiche andere Tierarten, einschließlich Vögel, sind empfänglich für diesen Erreger. Bei Hunden, Katzen und Schafen sind einzelne Krankheitsfälle bekannt. Katzen erkranken häufiger als Hunde, insgesamt ist eine Erkrankung aber selten.

Die Symptome bei akutem Verlauf sind Apathie, Fieber, Tachypnoe und Schwellungen der Lymphknoten, die meisten Tiere verenden innerhalb von 2 Wochen an einer Septikämie. Bei einem chronischen Verlauf kommt es außerdem zu Abmagerung und geschwürigen Hautveränderungen. Bei Hund und Katze zusätzlich zu Splenomegalie, Hepatomegalie, Ulzera im Zungenbereich und Ikterus.

Nach 2-6 Wochen ist auch hierbei ein letaler Ausgang möglich.

Die Übertragungswege sind blutsaugende Insekten wie Flöhe, Mücken, Läuse, Zecken etc., Aufnahme von infiziertem Aas/Fleisch oder kontaminiertem Wasser. Die infektiöse Dosis ist sehr niedrig, einige wenige Bakterien reichen aus (Ausnahme: Infektion über den Gastrointestinaltrakt). Der Mensch infiziert sich bei häufigem Kontakt mit Hasen, Kaninchen oder Wildtieren.

Der Nachweis von F. tularensis ssp. ist in Deutschland bei Hasen und Kaninchen meldepflichtig!