Welche Probe?

Das für die gewünschte Untersuchung entsprechende Material (Blut, Serum, Plasma) ist den Leistungsbeschreibungen bzw. dem Untersuchungsantrag zu entnehmen.

Zur Kennzeichnung der Probe gehört auch die Angabe der Probenart.

Vollblutproben  

EDTA-Blut (EB)

Für die Erstellung eines Blutbildes ist bei Säugetieren EDTA-Blut das geeignetste Material (bei Vögeln und Reptilien dagegen Heparin-Blut, s.u.). Da die Zellen in der Probe nicht stabil sind, sollten EDTA-Proben für hämatologische Untersuchungen nicht älter als 48 Stunden sein. Für die serologische Untersuchung der Blutgruppe ist ebenfalls EDTA-Vollblut notwendig.

Für die meisten PCR-Analysen und genetischen Tests ist EDTA-Blut erforderlich.

Für die Bestimmung gewisser Parameter wie ACTH oder pro-BNP kann nur zeitnah abzentrifugiertes und gekühltes EDTA-Plasma verwendet werden, um verlässliche Werte zu erhalten.

Heparin-Blut (HB)

Zur Gewinnung von Heparin-Proben stehen Lithium-Heparin (LiHep)-Röhrchen zur Verfügung. 

Bei Reptilien und Vögeln sollte grundsätzlich Lithium-Heparin-Blut für die Erstellung eines Blutbildes verwendet werden.  

Für die PCR sollte Lithium-Heparin-Vollblut nur in Ausnahmefällen verwendet werden, da Lithium-Heparin die PCR inhibieren kann und dadurch falsch-negative Ergebnisse möglich sind.

Citrat-Blut (CB)

Für die Bestimmung von Gerinnungsparametern sollten nur die entsprechenden Citratröhrchen benutzt werden, wobei deren Haltbarkeit für eine korrekte Bestimmung nicht überschritten werden darf. Ebenso ist das exakte Mischverhältnis von 1 : 10 (1 Teil Citrat + 9 Teile Blut) notwendig.

Die meisten Gerinnungsparameter können aus Citratvollblut analysiert werden. Für die korrekte Durchführung von Thrombozytenfunktionstests ist Citratvollblut notwendig.  

Natrium-Fluorid-Blut (NaFB)

Natrium-Fluorid unterbindet Enzymaktivitäten, die zum Abbau von einigen Parametern führen. Es sollte für die korrekte Bestimmung von Glucose oder Lactat benutzt werden.   

Plasma

Probengewinnung in Röhrchen mit Gerinnungshemmer (Heparin, EDTA, Citrat)

Kann sofort nach der Entnahme zentrifugiert werden (10 min, 2000 g). Überstand abpipettieren und in ein unbeschichtetes Probengefäß überführen und Probengefäß unter Angabe des Probenmaterials beschriften oder passenden Barcodeaufkleber verwenden.

Achtung: Die Zusätze limitieren die Analysemöglichkeiten!

Heparin-Plasma (HP) wird für viele klinisch-chemische Untersuchungen benötigt. HP kann nicht für Agglutinationstests verwendet werden.

Das Gewinnen von EDTA-Plasma (EP) für klinisch-chemische und/oder serologische Parameter sollte nur in Ausnahmefällen geschehen, da EDTA die Messung einzelner Parameter wie z.B. Calcium, Magnesium und AP durch verschiedene Mechanismen  stören kann. Ebenso ist aus EDTA-Plasma Kalium nicht bestimmbar, da das EDTA als K-EDTA zugesetzt wird.

Einige Gerinnungsparameter können nur aus Citratplasma (CP) analysiert werden. Die Durchführung von Thrombozytenfunktionstests aus abzentrifugiertem Citratplasma ist nicht möglich.

Serum

Probengewinnung in Röhrchen ohne Gerinnungshemmer

30 -  60 min stehen lassen, 10 min bei 2000 g zentrifugieren, Überstand abpipettieren und in ein unbeschichtetes Probengefäß überführen und Probengefäß beschriften.

Für die korrekte Bestimmung einzelner Parameter wie Insulin oder Fructosamine sollte ausschließlich Serum verwendet werden.

Das Einsenden von nicht abzentrifugierten Proben sollte nur in Ausnahmefällen (z.B. sehr geringe Probenmenge) erfolgen, da der Transport zu Zellschädigung und in der Folge zu einem hämolytischen Serum führen kann.